"Der Käpt'n blickt nicht mehr durch,
und die Matrosen machen, was sie wollen."
(Charles Bukowski)

Renovierung

Bloghaus wegen Renovierung vorübergehend geschlossen

Rumpelstilzchen

Nach langer Zeit hier mal wieder eine „Duftmarke“ von mir.  Heute morgen  bemerkte ich einen langen schmutzigweißen LKW, der die Auffahrt zu meinem Haus versperrte. Der LKW  der Entrümplungsfirma „Rumpelstilzchen“ stand glasklar im Halteverbot und hatte sogar noch die Laderampe runtergelassen.  Kein Durchkommen. Na sowas!  Während ich total entnervt in meinem Froschmobil saß und auf die Hupe drückte, fiel mir die Aufschrift an der Front des LKW’s auf, die mich sogleich mit Gott und der Welt versöhnte. Da stand riesengroß unter dem Firmennamen „Rumpelstilzchen“ geschrieben, so dass ich Hupe Hupe sein ließ: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, / dass wir „entrümpeln“ jeden Haushalt.“ – Das wars auch schon. Mehr stand da nicht.  Also kein Reim. kein gar nix, einfach nur: „Ach, wie gut, dass niemand weiß,/ dass wir „entrümpeln“ jeden Haushalt.“ Ich bin fast wahnsinnig geworden.  Muss gestehen,  dass ich nur Bahnhof verstand. Wieso reimt sich das nicht?  Mein Gott, was für ein extrem holpriger Zweizeiler. Und erstmal die Gänsefüßchen bei „entrümpeln“!? Ein geheimnisvoller subversiver Schabernack? Hier Rumpel, da Entrümpel?  Mir kam der Gedanke, dass umgekehrt ein Schuh daraus wird. Durch diese Überlegungen einigermaßen verwirrt, fielen mir zwei Rumpelstilzchen-Sätze aus meinem Niveaubuch ein: Erstens: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass mein Stilzchen Rumpel heißt.“ Und zweitens: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, daß ich Rumpelheinzchen stieß.“ Naja.    Plötzlich war alles klar:  Im Grunde genommen geht der Rumpelstilzchen-Entrümplungs-Spruch so: “ Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass wir „entrümpeln“ jeden Scheiß.“  Ja, natürlich, das isses! Es hätte nicht viel gefehlt, und ich hätte laut vor mich hingeträllert an diesem wundervollen Novembermorgen, als das Rumpelstilzchen-Fahrzeug langsam wegfuhr.

Wie denn jetzt?

Seinen Austritt aus dem Friar’s Club kommentierte der große Groucho Marx (1890-1977) einst mit den unsterblichen Worten :“ I don’t care  to belong to any club that will have me as a member“.  Wie aber kann man diesen Satz korrekt in unser geliebtes Deutsch übersetzen?  Schwer zu sagen,  denn hier gehen die Meinungen weit auseinander und keiner weiß Bescheid.  Folgende Übersetzungshilfen sind mir in den letzten Tagen zugeflogen: 1) Ich möchte keinem Club angehören, der mich als Mitglied akzeptiert. 2) Ich möchte nie einem Club angehören, der jemanden wie mich aufnehmen würde. 3) Ich will keinem Club angehören, der einen wie mich zum Mitglied macht. 4) Ich mag keinem Club angehören, der mich als Mitglied aufnimmt. 5) Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Klub beizutreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen. – Zutreffendes bitte streicheln!

Schutzwall

Eigentlich wollte ich mir heute abend den Film „Schmutziger Süden“ von Klaus Lemke in unserem ZDF anschauen,  weil endlich mal wieder was Gutes in der Glotze, stellte dann aber fest, dass ich gar keinen Fernseher besitze.  Ich zuckte zusammen.   Tatsächlich, kein Fernseher. Das erinnert mich an eine schöne Stelle im Roman „Der Schutzwall“ von Ross Thomas, der zufällig mein Lieblingsautor ist: „Dill prüfte, ob er die Armbanduhr übergestreift hatte, und klopfte seine Kleidung nach Brieftasche, Schlüsseln, Scheckbuch und Zigaretten ab, die er nicht finden konnte, bis er sich erinnerte, daß er das Rauchen aufgegeben hatte.“ (S. 21).  Super, oder? Nebenbei bemerkt: Heute – am 16.08.2010 – wird Charles Bukowski, mein zweiter Lieblingsautor (dem wir auch noch das Bloghaus-Motto zu verdanken haben), 90 Jahre alt, während mein Freund Hans, Lebemann und Autor aus Meppen, roundabout 45 wird, praktisch genau die Hälfte.  Zwei große Schreiber am selben Tag, hier Hank, da Hans. Sie sollen hoch leben, dreimal hoch. Die Grabstein-Inschrift von Charles Bukowski (1920 – 1994) lautet übrigens so: „Don’t try“.  Bin beeindruckt.

Komm schon, Booth!

Hier noch mal wegen der großen Nachfrage meine kleine Männer-Lieblingsstelle  bei Ross Thomas und überhaupt:

„Wie gut hast du ihn gekannt?“ fragte Crites.
„Ziemlich gut.“
„Wie war er damals so?“
„Klein. Ungefähr einssechzig.“
„Komm schon, Booth.“
„Okay. Er war gerissen. Vielleicht sogar brillant. Ungefähr zweiundzwanzig oder
dreiundzwanzig und hart. Außerdem war es ziemlich flexibel – für einen Guerilla.“
(aus: Ross Thomas: Am Rand der Welt. Berlin 2008)

Schreddermulch

Bin heute mit Herrn Eilert in Bad Zwischenahn gewesen. Unterwegs entdeckten wir das wahrscheinlich scheußlichste deutsche Wort der Welt, nämlich: „Schreddermulch“.  Keine Ahnung, was das ist, irgendein so ein Abfallprodukt aus der holzverarbeitenden Industrie, weiß der Nesquik.  Aber das Wort ist zum piepen. Schreddermulch!  Ein Wort klar wie Affenscheiße. Soviel ist sicher: „Schreddermulch“ steht auf Anhieb auf der Liste der blöden Wörter auf Platz eins. Auf Platz zwei steht unangefochten „Unterarmnässe“ und auf Platz drei „Bestuhlung“. Auf dem undankbaren vierten Platz landet „Überfischung“.  Noch jemand ohne Fahrschein? Aber „Schreddermulch“ ist ja wohl das Schärfste. Meine Meinung.

Der Lahm und die Binde

Es geht um die Kapitänsbinde. Interims-Kapitän Philipp Lahm hat viel Freude an der Spielführerbinde,  will sie auch nach der WM behalten und nicht mehr freiwillig rausrücken. Nun will Michael Ballack, der alte Kapitän,  sie zurück haben. Nichts da. Und alle so: Der Lahm und die Binde! Naja.

Linda & Laura

Da legst di nieda. Bekam heute eine extrem lässige Mail von Linda & Laura, die unglaublich viel Cleveres über mein Niveau-Buch zu sagen hatten. Wir hören mal kurz rein: „Wir lesen gerade mal wieder ihr Sprücheklopferbuch. Es ist wahrlich ein Wunderwerk. How do you do, Mr. Gummischuh? Wir fanden es damals in der Bibliothek unserer Schule und amüsierten uns köstlich über ihre einfallsreichen, humorvollen, zum schieflachenden Sprüche. Ein starkes Merci für diese enorme Bereicherung unseres Lebens. Jetzt haben wir auf jede Aussage einen passenden Slogan parat- dank Ihnen! “ — Danke Linda & Laura!  Ich bin gerührt wie Apfelmus. Es freut mich wirklich, dass ich zur Bereicherung Ihres Lebens beitragen durfte.  Bessser geht das nicht. Schönen Schrank! Mit Dr. Samuel Johnson zu reden: „Es geht in diesem Buch einzig und allein darum, die Leser in die Lage zu versetzen, das Leben entweder mehr zu genießen oder besser zu ertragen.“ So sieht das nämlich aus.

Katze aus dem Haus

Bekam gestern einen Brief: Das Motto von Bukowski auf der Bloghaus-Seite klingt ja extrem wichtig, teilte mir Herr Wolff mit.  Gut, das Zitat  aus dem Bukowski-Buch „Den Göttern kommt das grosse Kotzen“ ((Kiepenheuer & Witsch, 2006) sei zwar voll korrekt, also jetzt „Der Käpt’n blickt nicht mehr durch, und die Matrosen machen, was sie wollen.“ (S. 155), andererseits heisst das Buch aber im Original „The Captain Is Out To Lunch And The Sailors Have Taken Over The Ship.“ Und das sei ja wohl ein ganz anderer Schnack.  Ob mir das nicht zu denken gäbe? Mit Uwe Seeler zu reden: „Das nicht, nein.“

Witzefrei

Wegen der hochsommerlichen Temperaturen von über 35 Grad fallen hier im Moment neue Nachrichten aus. „Das ist die richtige Einstellung.“ (Sean Penn). Puuh! Glück gehabt.

Miezhaus

War heute abend in einem verwunschenen Biergarten,  genaugenommen im „Dreieck“ (Röwekamp 23),  dem wahrscheinlich besten Biergarten von Oldenburg in Oldenburg, als die Nachricht über den Ticker kam, dass Christian Wulff neuer Buprä ist.  Christian Wer? Vor Schreck ist mir fast ein Krümel  von meinem Glückskeks im Halse stecken geblieben. Was anderes: Stammleser Ulf Mittelstädt schickte mir einen guten Witz, genaugenommen ist es eine Scherzfrage: Wo wohnen Katzen? Antwort: Im Mietshaus (sprich: „Miezhaus“). – Danke, sehr lustig.   Zum Glück steht dieser ausgezeichnete Witz schon im im Niveaubuch drin. Aber ja (siehe Seite 95).

Guten Hunger

Hübsches Reklame-Schild gesehen vor einer Imbiss-Bude an einer Ausfahrts-Straße Jott Weh De: „Essen Sie hier bei uns, dann müssen wir beide nicht hungern.“ Widerstand war zwecklos. Einmal Stampfkartoffeln on the rocks, bitte!

Sommeranfang

Mitten im Sommer 2010 fängt hier ein neues Blog an, so wollen es die Statuten. Welche Statuten?  Weiss der Deibel. Wie auch immer: Herzlich wilkommen, liebe Leser. Heute war nämlich mein Webman Geo da, hat alle Kabel angeschlossen und  schließlich grünes Licht gegeben. Beim Durchschneiden des Bandes warf er mir aufmunternde Gesten zu und sagte feierlich: „Hiermit erkläre ich das Bloghaus für eröffnet!“ Na toll. Sie finden auf dieser Seite Kurz- und Kürzestwerke, Kalauer und andere Klöpse, die alle von Herzen kommen.  Und neue Sprüche noch und nöcher, die mir Niveau-Leser schicken. Jawohl! Ausserdem: Jähe Alltagsdinger aus Daffke und kleine Schlenker in das wunderbare Reich der Erdkröten und gelegentlich ein paar müde Scherze.  Na, mal sehen. Licht auf, Vorhang an.