Rumpelstilzchen

Nach langer Zeit hier mal wieder eine „Duftmarke“ von mir.  Heute morgen  bemerkte ich einen langen schmutzigweißen LKW, der die Auffahrt zu meinem Haus versperrte. Der LKW  der Entrümplungsfirma „Rumpelstilzchen“ stand glasklar im Halteverbot und hatte sogar noch die Laderampe runtergelassen.  Kein Durchkommen. Na sowas!  Während ich total entnervt in meinem Froschmobil saß und auf die Hupe drückte, fiel mir die Aufschrift an der Front des LKW’s auf, die mich sogleich mit Gott und der Welt versöhnte. Da stand riesengroß unter dem Firmennamen „Rumpelstilzchen“ geschrieben, so dass ich Hupe Hupe sein ließ: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, / dass wir „entrümpeln“ jeden Haushalt.“ – Das wars auch schon. Mehr stand da nicht.  Also kein Reim. kein gar nix, einfach nur: „Ach, wie gut, dass niemand weiß,/ dass wir „entrümpeln“ jeden Haushalt.“ Ich bin fast wahnsinnig geworden.  Muss gestehen,  dass ich nur Bahnhof verstand. Wieso reimt sich das nicht?  Mein Gott, was für ein extrem holpriger Zweizeiler. Und erstmal die Gänsefüßchen bei „entrümpeln“!? Ein geheimnisvoller subversiver Schabernack? Hier Rumpel, da Entrümpel?  Mir kam der Gedanke, dass umgekehrt ein Schuh daraus wird. Durch diese Überlegungen einigermaßen verwirrt, fielen mir zwei Rumpelstilzchen-Sätze aus meinem Niveaubuch ein: Erstens: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass mein Stilzchen Rumpel heißt.“ Und zweitens: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, daß ich Rumpelheinzchen stieß.“ Naja.    Plötzlich war alles klar:  Im Grunde genommen geht der Rumpelstilzchen-Entrümplungs-Spruch so: “ Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass wir „entrümpeln“ jeden Scheiß.“  Ja, natürlich, das isses! Es hätte nicht viel gefehlt, und ich hätte laut vor mich hingeträllert an diesem wundervollen Novembermorgen, als das Rumpelstilzchen-Fahrzeug langsam wegfuhr.

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